Buchrezension „SC Preußen Münster Fußballfibel“

Fußballfibel, die 36.! Mit einem in der Vergangenheit recht erfolgreichen Verein, der aktuell in der viertklassigen Regionalliga West spielt und in eine (selbstverständlich erfolgsversprechende) GmbH & Co. KGaA ausgegliedert wurde beschäftigt sich seit über 30 Jahren Carsten Schulte. Die Rede ist vom SC Preußen Münster, der auch nach wie vor noch auf ein neues Stadion wartet und es durch die Ausgliederung auch geschafft hat, dass einige Menschen unabhängig von Corona nicht mehr ins Stadion gehen (Grüße unter anderem an einige Kollegen vom Fanzine Kaventsmann).

Auf knapp 180 Seiten nimmt einen der Autor mit auf eine Reise durch (seine) Vereinsgeschichte. Dabei wird kurz auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eingegangen, zu der die Preußen bis beziehungsweise inklusive der ersten Saison 1963/1964 in der 1. Bundesliga immer erstklassig waren. Schulte selbst kam 1989 durch seine damalige Freundin zum Fußball und beschäftigt sich seit 2007 auch hauptberuflich als Journalist unter anderem mit seinem Verein.

So gibt es eine lesenswerte Reise der Adler, die sich zwischen 2. Bundesliga und Oberliga abspielt und auf 18 Seiten auch einen entsprechenden Blick auf die Fans sowie deren Verhältnis in den vergangenen 15-20 Jahren zum Verein beleuchtet. Aber auch die Skandälchen und Fettnäpfchen auf Funktionärsebene werden nicht ausgespart. Bleibt also abzuwarten wohin die Reise in der näheren Zukunft führen wird. Oder vielleicht ist es einfach so, wie es Schulte auf Seite 21 formuliert: „[…] Ehrlich: Wenn Leute heute erzählen, wie anders es damals war – glaubt ihnen. Es war nicht besser, nicht ruhiger, es war anders und manchmal war es einfacher. […]„?

Das Buch:
SC Preußen Münster
Fußballfibel
Carsten Schulte
CULTURCON medien, 2020, Berlin
ISBN 978-3-7308-1665-3
Preis 12,99€
Kontakt www.culturcon.de

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Buchrezension „Dem Ball hinterher“

Mein lieber (Stadion-) Freund! Vom Umfang überrascht war ich dann doch irgendwie, als ich das Buch „Dem Ball hinterher – Die Reisen eines Stadionfreundes“ von Thomas Peek in den Händen hielt. 316 Seiten im DIN A4-Format hat der Kollege genutzt um die laut eigener Aussage besten knapp 480 Groundhopping-Berichte aus 17 Jahren zu publizieren. Dazu gesellen sich weitere Fotos und Statistiken zu den insgesamt 1.683 besuchten Fußballspielen auf 1.217 Plätzen in insgesamt 43 Ländern. Und der erste Entwurf dieses Buches ist wohl noch um einiges umfangreicher ausgefallen.

Wer Thomas‘ ehemalige Internetseite kennt, wird natürlich auch den einen doer anderen Spielbericht kennen. Aber trotz allem macht es recht viel Spaß alte Spielberichte zu lesen und in alten Erinnerungen zu schwelgen, speziell wenn man mal zusammen war wie auf einem kleinen Ausflug rund um den 3. Oktober 2008 auf einem Donnerstag nach Amsterdam, Freitag nach Saarbrücken und ins französische Reims, um dann am Samstag in Le Havre „anzutischen“ und am Sonntag selbst das Heimspiel des SV Arminia Hannover gegen den VfL Osnabrück II zu besuchen wohingegen der feine Herr ja lieber nach Celle fuhr, da das Spiel seines Herzensvereins beim TSV Havelse kurzfristig abgesagt wurde 😛

An Spielberichten selbst gibt es wie oben erwähnt „nur“ ausgewählte, existieren auf der Internetseite doch über 1.500 davon. So gibt es neben Spielen und Reisen ins Ausland natürlich einige Partien des SV Meppen zu entdecken, für den das Herz des gebürtigen Lingeners schlägt. Häufig dabei natürlich auch die stimmungsvollen Derbys gegen den VfB Oldenburg. Ein kurzweiliges und unterhaltsames Groundhopping-Buch, das sicherlich nicht zum durchlesen von vorne bis hinten gedacht ist, aber immer wieder zum drin blättern und entdecken einlädt!

Wer Interesse an dem Buch hat sollte direkt mit dem Herausgeber in Kontakt treten, da es nicht im Buchhandel erhältlich ist.

Das Buch:
Dem Ball hinterher
Die Reisen eines Stadionfreundes
Thomas Peek
Thomas Peek, 2020, Ascheberg-Herbern
Preis 26,90€
Kontakt thomas-peek@gmx.de

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Fanzine-Rezension „Der Daggl #18/#19“

Zum zweiten Mal nach der Saison 2017/2018 kommt Der Daggl in einer Doppelausgabe daher. Satte 260 Seiten sind es insgesamt geworden, für die 5€ fällig werden. Gedruckt wurde das Werk als Wendeausgabe.

Ausgabe 18 beschäftigt sich mit dem 1. FC Nürnberg und dem Start in die Saison 2019/2020, die der Glubb bekanntlich mehr schlecht als recht in der 2. Bundesliga verbrachte und sich vor leeren Rängen erst in den Relegationsspielen gegen den FC Ingolstadt 04 vor dem Sturz in die Drittklassigkeit retten konnte. Passend dazu gibt es ein „Interview mit einem, der drin war“ in den Stadien und zu einigen Clubspielen zu dieser Zeit unter Pandemiebedingungen. Die Zeit der Spiele ohne Fans wird in einer Art Tagebuch und teils auch deutlicher Kritik an DFB und DFL begleitet. Crew-Mitglied Maxe hat sich mit seinem Kommentar „Krieg der Fankultur: Die Hurensohn-Strategie“ auch ein paar Gedanken gemacht und diese entsprechend niedergeschrieben. Abgerundet wird diese Ausgabe mit einem Interview, dass die Akademie für Fußballkultur mit zwei Herausgebern des Daggl geführt hat und von einer Übersicht mit den in der Nürnberger Nordkurve seit Mitte der 1980er Jahre erschienenen Fanzines.

Hat man das Heft dann einmal gedreht, startet man mit der Ausgabe 19 in den Groundhopping-Teil dieser Doppelnummer. Darunter die ein oder andere unterklassige Partie aus Deutschland oder Tschechien und auch der ein oder andere Ausflug in das Mutterland der Ultras nach Italien ist dabei. Marc04 nimmt die Leserschaft über Bahrain und Saudi-Arabien mit nach Afrika zu Spielbesuchen in Kenia, Tansania und Sansibar. Benny verschlägt es dagegen gen Osteuropa und zu Spielen in Belarus, Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan von wo aus es dann weiter nach Thailand weitergeht. Dazu wurde jeder Reisetag mit einem Punkrocksong übertitelt. Dazu noch einige weitere Reisen, so dass es insgesamt Spielberichte aus 22 Ländern und neben Fußball auch Besuche beim Basketball, Billard, Eishockey, Hallenhockey, Racquetball, Tipp-Kick und Volleyball gibt. Ausgabe 20 ist laut Vorwort auch schon gesichert, wie es danach dann weitergeht wird demnach aber auch erst die Zeit zeigen.

Das Heft:
Der Daggl
DIN A5, 260 Seiten, Schwarz-Weiß (Umschlag Farbe)
Preis 5€
Kontakt facebook.com/derdaggl

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Rezension „11Freunde #233“

Für diese Ausgabe von mir ein, So naja!“ Mit diesem Zitat von mir das ich für (mindestens) drei Ausgaben der 11Freunde bzw. der zweimal jährlich erscheinenden Spezialausgaben in der Vergangenheit verwendet habe, beschreibt Andreas Bock die 19. Augabe vom Blick über den Lahmannhügel. Zum Glück haben wir nur eine geringe Auflage und verkaufen nicht über 54.000 Exemplare jeder Ausgabe 😉 Auf jeden Fall vielen Dank für die netten Worte und auch das Belegexemplar, so dass ich meine gekaufte Ausgabe weiterverschenken konnte. Wir versuchen dann, in der kommenden Ausgabe (wann auch immer die erscheinen wird) auch wieder besser zu werden. Den Scan der Rezension habe ich unten noch einmal mit angehängt.

Den Schwerpunkt beziehungsweise das Titelthema setzen die Macher in der 233. Ausgabe (April 2021) beim FC Schalke 04, ähnlich wie die Kolleginnen und Kollegen vom österreichischen ballesterer Fußballmagazin in der aktuellen Ausgabe. Ganz anders ist aber die Herangehensweise, denn Ziel ist es gewesen die Gründe für die anhaltende Talfahrt der Knappen zu finden. Und was man dort auch seit Jahren aufeinander aufbauend gefunden hat, führt letztendlich zurück bis ins Jahr 2006. Insgesamt sind dem Thema zwölf Seiten gewidmet.

Für das Interview des Monats ging es nach Portugal zu Luca Waldschmidt, der zur Saison 2020/2021 vom SC Freiburg zu Benfica nach Lissabon wechselte. Ebenfalls Rede und Antwort standen Stefan Erhardt, Herausgeber des mittlerweile eingestellten Fußballmagazins „Der tödliche Pass“ und der ehemalige Profi Olaf Marschall, der neben dem 1. FC Lokomotive Leipzig, den damaligen 1. FC Dynamo Dresden und den 1. FC Kaiserslautern seine Fußballschuhe auch für den FC Admira/Wacker in Österreich und al-Ittihad in Katar schnürte. Dazu erzählt Kosta Runjaic wie er Trainer beim MKS Pogoń Szczecin in der polnischen Ekstraklasa wurde.

Recht interessant in meinen Augen der Artikel „Transferwirren„, der am Beispiel von Robin Koch ganz gut aufzeigt was für Schwierigkeiten kleine(re) Vereine haben, um an die ihnen zustehenden Ausbildungsentschädigungen zu kommen, wenn ein bei ihnen ausgebildeter Spieler später einmal ins Ausland wechselt. Jens Kirschneck wirft einen ostwestfälischen Blick auf Drittliga-Aufsteiger SC Verl und Rolf Heßbrügge porträtiert Rebecca Schuster, die Tochter von Bernd Schuster, die mittlerweile in Argentinien lebt und dort für CA River Plate de La Falda gegen den Ball tritt.

Das Magazin:
11Freunde
Magazin für Fußballkultur
DIN PA4, 116 Seiten, Farbe
Preis 5,50€ (hier: Belegexemplar)
Kontakt 11freunde.de

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Rezension „Zeitspiel #22“

Auch Zeitspiel, das Magazin für Fußball-Zeitgeschichte hat die erste Ausgabe des Jahres 2021 auf den Markt gebracht. Ausgabe 22 widmet sich dem Thema „Fußball und Europa„, geht auf 42 Seiten auf historische Spurensuche und zeigt die verbindende Wirkung der Sportart auch in schwierigen politischen Zeiten auf. Ein Blick auf die sogenannten Fußballzwerge gehört hier natürlich ebenso dazu wie einer auf die Geschichte der europäischen Pokale und Wettbewerbe.

Die Rubrik „Überleben im Turbokapitalismus“ schaut diesmal bei Rot-Weiss Essen, der BSG Chemie Leipzig und dem VfB Stuttgart vorbei. Die einen quasi zum Aufstieg verdammt, die anderen fühlen sich in der aktuellen Liga eigentlich gerade ganz wohl und in der Schwabenmetropole trägt man so einiges zur Unterhaltung in der Republik bei.

Aus dem internationalen Fußball gibt es einen Artikel über Degerfors IF, die nach 23 Jahren wieder in die schwedische Allsvenskan aufgestiegen sind und das ein oder andere Foto von Michael Stoffl aus dem heutigen Eswatini und dem früheren Swasiland würde ich durchaus in das Jahr 2013 einordnen 😉 Zu Gast in der Rubrik „Legende“ ist diesmal die BSG Stahl Riesa.

Da ist insgesamt wieder so einiges zum Ausbau des eigenen Wissenstandes dabei. Passend zum Heft wird es in den nächsten Tagen auch noch einen HörfehlerPodcast zu dieser Ausgabe geben.

Das Magazin:
Zeitspiel
Magazin für Fußball-Zeitgeschichte
DIN PA4, 100 Seiten, Farbe
Preis 9€
Kontakt www.zeitspiel-magazin.de

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Rezension „ZWÖLF #83“

Mit Fußball-Geschichten aus der Schweiz wartet auch die 83. Ausgabe (März/April 2021) des eidgenössischen Fußball-Magazins ZWÖLF auf. Die Titelgeschichte ist diesmal Barthélémy Constantin, dem erst 26jährigen Sportchef des FC Sion gewidmet. Eine Funktion, die der Sohn von Christian Constantin nun bereits seit sieben Jahren ausübt! Acht Seiten, davon vier Fotoseiten sind dem Titel gewidmet.

In der Schweizer Nationalmannschaft schaut man einmal in die sogenannte zweite Reihe und porträtiert mit Antonio Manicone den dort seit 2014 tätigen Assistenten von Nationaltrainer Vladimir Petković. Ebenfalls einen Blick hinter die Kulissen bietet der Artikel „Berater unser„, in dem einmal einige der in der Schweiz ansässigen bzw. tätigen Spielerberater in Bild und Text vorgestellt werden.

Ein neues Stadion nennt der FC Schaffhausen seit Anfang 2017 mit dem LIPO Park sein Eigen und hat es seitdem geschafft, dort weniger Zuschauer als im alten Stadion zu begrüßen. In einem Interview spricht der 27jährige Jordi Quintillà Guasch über seine bisherige Karriere sowie die aktuelle Zeit beim FC St. Gallen und mit „Het nieuwe paradijs“ schaut man auf Belgien und die Niederlande, wohin es viele talentierte junge Schweizer Fußballer seit einiger Zeit zieht.

Das Magazin:
ZWÖLF
Fussball-Geschichten aus der Schweiz
DIN PA4, 68 Seiten, Farbe
Auflage 11.100
Preis 8,50€
Kontakt www.zwoelf.ch

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Rezension „ballesterer #159“

Schalke 04: Meister der Emotionen“ titelt das ballesterer Fußballmagazin auf seiner 159. Ausgabe (April 2021). Auf 18 Seiten ergründen Nicole Selmer und Jan Mohnhaupt, warum der Verein so viele Emotionen weckt. Dazu gibt es ein vierseitiges Interview mit Yves Eigenrauch, der 1990 zu Schalke kam und sich damals wie heute seine eigenen Gedanken zum Verein und dem Fußballsport macht.

In China schauen sich Daniel Fuchs und Li Xiaobin einmal an, was die Fans im Land davon halten, dass die Vereine für die Spielzeit 2021 jegliche Verweise auf Eigentümer, Investoren und Sponsoren aus den Vereinsnamen tilgen müssen um eine Zulassung zu erhalten. In Spanien hat der Elche CF mit Christian Bragarnik einen argentinischen Investor, üner den selbst und seine Ziele mit dem Klub aber fast nichts bekannt ist. Und in Belgien wird über das Schicksal der letzten verbliebenen und dem Abriss geweihten Tribüne des Antwerpener Bosuilstadions berichtet.

In Österreich selbst wird der Schwerpunkt ein wenig in Linz gesetzt. Es geht auf der einen Seite um das neue Stadion des FC Blau-Weiß Linz und auf der anderen Seite um die Querelen beim Stadtrivalen LASK. Christian Bruckner stellt in der Rubrik Nebenschauplätze den 1910 gegründeten WAF Brigittenau vor und Dr. Thomas Balzer, Teamarzt beim Wiener SK Rapid, äußert sich im Interview unter anderem zum Thema COVID-19-Impfungen für Fußballprofis.

Das Magazin:
ballesterer Fußballmagazin
DIN PA4, 84 Seiten, Farbe
Preis 6,90€
Kontakt ballesterer.at

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Buchrezension „Fußballgraffiti“

Was für ein Brett! Was anderes ist mir so spontan erst einmal nicht eingefallen, als ich das Paket aus dem Hause Erlebnis Fussball geöffnet hatte. Im Rahmen der Vorbestellaktion hatte ich zugeschlagen und so fanden sich im Paket eine Sprühdose, ein Jutebeutel, ein Fanzine Erlebnis Fussball, einige Aufkleber und das Buch. Beim Buch handelt es sich um das von Stefan Langer verfasste und herausgegebene Werk „Fußballgraffiti„, das mal eben auf knapp 660 Seiten im DIN A4-Format daher kommt!

Graffiti an sich ist in Deutschland mehr oder weniger seit dem Jahr 1983 präsent, als der Film „Wild Style!“ erst im ZDF und anschließend in den Kinos lief. Im Bereich des Fußballs dauerte es dann noch ein paar Jährchen länger, bis die ersten Tags und Graffitis auftauchten, meist mit den sich Mitte/Ende der 1990er Jahre zusammenfindenden ersten Ultragruppierungen. Langers Idee war es nun (wobei sich das gesamte Buchprojekt – wie man dem einen oder anderen Interview entnehmen kann – über ein paar Jahre erstreckte) diese ganze Thematik einmal in Buchform zu gießen. Und dies ist ihm in meinen Augen auch richtig gut gelungen!

Das Buch ist grob in fünf Kapitel unterteilt. Teil 1 beschäftigt sich ein wenig mit ausgewählten Vereinen bzw. wahrscheinlich auch mit Fanszenen die bereit und offen waren an diesem Projekt mitzuarbeiten. Mit einigen der jeweiligen Szenemitgliedern gibt es zudem Interviews. Kapitel 2 beschäftigt sich dann speziell mit dem Ruhrpott und den größeren Vereinen dort. Daneben gibt es in zwei weiteren Kapiteln einiges an Geschichten von denen, die dabei waren sowie einiges an Bildern von Fanszenen die in den ersten beiden Kapiteln nicht vertreten waren. Lediglich Kapitel 3 („Reasons„) sticht heraus, wobei sich hier ein Crew aus der niedersächsischen Landeshauptstadt „erklärt“, warum sie nicht in Vereinsfarben malt.

Also eine rundum sehr gute und durchaus auch sehr informative Nummer, wenn man sich ein wenig für diese Thematik interessiert. Gerade auch in den Interviews kommt einiges rüber was zum Beispiel das Verhältnis der „Fußballsprüher“ zur „Graffitiszene“ anging und -geht. Dazu und vor allem auch jede Menge Fotos. Dazu ist dann selbst bei dieser Seitenzahl nicht einmal alles an Szenen und Vereine abgedeckt. Aber das hätte Projekt und Buch wahrscheinlich komplett gesprengt. Aktuell ist das Buch ausverkauft, eine 2. Auflage laut Herausgeber aber in Planung.

Das Buch:
Fußballgraffiti
Stefan Langer
Erlebnis Fussball Verlag, 2020, Leipzig
ISBN 978-3-00-064389-7
Preis 39,95€ (hier: 49,95€ Paket)
Kontakt www.fussballgraffiti.de

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Buchrezension „FC St. Pauli für Klugscheißer“

Unverhofft kommt oft und so fand ich gut zehn Tage vor Weihnachten 2020 unangekündigt einen Brief im Postkasten vor. Inhalt: Das Buch „FC St. Pauli für Klugscheißer“, zugesendet direkt vom Essener Klartext Verlag.

Ein wenig skeptisch (das kam jetzt bei den zuletzt gelesenen Büchern irgendwie häufiger vor) war ich bei dem Buchtitel zugegebenermaßen schon, hat man doch schon einige Bücher mit derartigen Titeln gesehen. Autor ist mit René Martens jetzt aber auch nicht unbedingt ein Unbekannter, brachte er zuvor doch bereits alleine vier Bücher über den FC St. Pauli auf den Markt.

In diesem Buch geht es auf gut 100 Seiten nicht nur um „Klugscheißer-Wissen“, sondern Martens räumt dabei auch mit einigen mehr oder weniger populären Irrtümern auf. So gibt es mit Karl Miller zwar einen Rekordnationalspieler der zwischen 1941 und 1942 zwölf Länderspiele absolvierte und auch Spieler für die Braun-Weißen war, aber gar nicht für den Verein auf dem Platz stand sondern mit einer Gastspielererlaubnis – wie sie zu Kriegszeiten nicht ungewöhnlich war – für den Dresdner SC auflief.

Jeden Fakt im Buch beleuchtet der Autor auf maximal zwei Seiten und da gibt es neben Irrtümern auch den einen oder anderen Aha-Effekt sowie einiges an Informationen aus der Vereinshistorie zu erfahren. Denn wer hat so zum Beispiel auf dem Schirm, dass ein gewisser Alfred Beck in seinem einzigen Länderspiel ausgerechnet im Wembleystadion traf? Daher eine durchaus informativ und kurzweilig Lektüre, aber wahrscheinlich auch eher etwas für Fans und Anhänger der Kiezkicker.

Das Buch:
FC St. Pauli für Klugscheißer
Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten
René Martens
Klartext Verlag, 2020, Essen
ISBN 978-3-8375-2250-1
Preis 14,95€ (hier: Rezensionsexemplar)
Kontakt klartext-verlag.de

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Rezension „11Freunde #232“

Mit einem „Ihr könnt auf uns zählen!“ auf dem Titel starten die 11Freunde in ihre 232. Ausgabe (März 2021). Damit hat die Redaktion eine Erklärung auf den Weg gebracht, der sich über 800 Spielerinnen und Spieler angeschlossen und so ihre Solidarität zu homosexuellen Fußballerinnen und Fußballern ausdrücken und der sich im Anschluss zig weitere Vereine und Menschen in und über die Sozialen Medien angeschlossen haben. Passend dazu gibt es diese Ausgabe mit insgesamt sechs verschiedenen Covern. Für den Profisport bzw. speziell den Fußball auch irgendwie bezeichnend, dass eine solche Aktion durch ein Magazin erfolgreich initiiert wird und nicht etwa über DFB und/oder DFL selbst. Dort hat man dann teilweise doch das Gefühl, dass andere „Werte“ wichtiger sind …

Interviewtechnisch trifft man sich für das Interview des Monats mit Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg, Hilmar Jakobsen spricht darüber wie man mit 23 Jahren Nationalspieler im Handball und Fußball auf den Färöer wird und Tony Woodcook plaudert über seine aktive Zeit unter anderem beim 1. FC Köln.

Ein Blick über den großen Teich wirft der Artikel „Eine gegen alle“ über die Brasilianerin Lea Campos, die bereits Ende der 1960er Jahre ihre Schiedsrichterprüfungen bestanden hatte aber lange gegen Verband & Co. kämpfen musste um auch pfeifen zu dürfen. Fotografische Einblicke bringen die acht Seiten der Rubrik „Kunstschuss„, die diesmal Auszüge aus dem Buch „British Football’s Greatest Grounds“ von Mike Bayly zeigt und quasi schon wieder ein wenig Reiselust hervorrufen.

13.08.2011: SV Arminia Hannover vs. TSV Burgdorf 6:7 (3:3)

Bei der oben genannten Aktion „Ihr könnt auf uns zählen!“ fällt mir unter anderem auch die Kampagne „Fußballfans gegen Homophobie“ ein, die im Juni 2011 durch Fans von Tennis Borussia Berlin ins Leben gerufen wurde und dessen Banner am 13.08.2011 auch bei uns am Bischofsholer Damm Station machte. Am 09.04.2013 hat sich aus dieser Aktion heraus auch der Fußballfans gegen Homophobie e. V. gegründet.

 

Das Magazin:
11Freunde
Magazin für Fußballkultur
DIN PA4, 116 Seiten, Farbe
Preis 5,50€
Kontakt 11freunde.de

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